Hof allne Wind
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Der Hof Allne Wind ist ein Ort für den Aufbau einer Lebensgemeinschaft von Menschen, Tieren und Pflanzen, ein Ort, an welchem sich diese Lebenskräfte gegenseitig ergänzen sollen und dessen Ressourcen aus der Land-, Alp- und Forstwirtschaft, aus der Viehzucht, aus Obst-, Kräuter- und Gemüseanbau, Grundlagen für den Lebensunterhalt einer Gemeinschaft bieten. Wir produzieren nach den Richtlinien des biologischen Landbaus und vermarkten unsere Produkte – nebst einer ständig wachsenden Stammkundschaft - direkt in Zürich und Umgebung. In Sachen Religion und Glaube, darf jeder machen und denken, was er will. Wir zeigen Achtung vor dem Glauben und der Religion anderer Völker. Für uns ist das Vorbild die Natur, worin wir uns inspirieren lassen und der wir uns fügen sollten. Das Manuskript der Natur, ist unsere Heilige Schrift, die uns aufklären kann. Alle anderen Philosophien sind für uns nur insofern bedeutsam, wenn sie die Natur zu deuten wissen. Es ist ein freier Weg für offene Geister. Man lebt mit dem Volk und arbeitet, um sich zu ernähren. Wir beten nicht und wir meditieren nicht. Wer fragt, wie man sich vervollkommnen könnte, um erleuchtet zu werden, soll sich in Arbeit vertiefen - damit kann das Innere zur Natur durchdringen. Im grenzenlos freien Leben, ganz selbstverständlich beim Essen, Schlafen, Putzen und Wandern finden wir die Erleuchtung. Unser Glaube ist nicht eine Stimme des himmlischen Jenseits, sondern eine Erfahrung des alltäglichen Lebens. Wir brauchen nicht mehr an einen Prophet zu glauben, ihn anzubeten. Wir selber sind Propheten. Der Geist kann sich mit dem gesamten Kosmos vereinen. Wir brauchen auf nichts zu warten und es führt uns hin zur höchsten Ebene, wo die Welt völlig „normal“ ist, mit dem feinen Unterschied, dass man im Leben über dem Leben steht. Dann erscheint der Mensch völlig klein, irgendwo zwischen Bergen und Flüssen, nie als Mittelpunkt von Himmel und Erde oder gar als Beherrscher der Welt. Vielmehr ist er nur ein einziges Glied in der grossen Kette. Unser Glaube steht für Begierdelosigkeit und Stille im Herzen. Es ist keine Religion, sondern die nicht definierbare, nicht vermittelbare, von jedem einzelnen nur für sich selbst erfahrbare Wurzel, frei von jeglichen Namen, Bezeichnungen und Begriffen, aus der als Ausdrucksform dieser Erfahrung alle Religionen erst entspringen. Unser Glaube sollte nicht als Methode betrachtet werden, einen in Unwissenheit lebenden Menschen zum Ziel der „Befreiung“ zu führen. Unser Glaube findet seinen Ausdruck in der in jedem Menschen, in jedem Augenblick gegenwärtigen Vollkommenheit. „Was ist unser Glaube“? Eine Antwort dazu, ist die Geschichte von einem Fisch, der zur Königin der Fische ging und fragte: „Ich habe immer vom Meer gehört – aber was ist das, dieses Meer? Wo ist es?“ Die Königin der Fische erklärte: „Du lebst, bewegst dich und hast dein Sein im Meer. Das Meer ist in dir und ausserhalb deiner. Du bist aus Meer gemacht und du wirst im Meer enden. Das Meer umgibt dich als dein eigenes Wesen.“

Unsere Ziele
  • Einklang zwischen dem Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen zu finden
  • Neue Wege zu beschreiten im Bereich des Zusammenlebens, der Liebe und der Kindererziehung
  • Ökologisches und selbstständiges Überlebenswissen aufzubauen
  • Eine Einheit in der Vielfalt zu bilden
  • Geistiges und praktisches Wissen zu erproben und weiterzugeben
  • Ein soziales Leben zu verwirklichen, wo jeder glücklich und zufrieden sein kann
  • Gesunde Lebensmittel für die Nomaden und unsere Gäste zu produzieren
Mit geeinten Kräften versuchen wir, diese Ziele zu erreichen und diese Ideen umzusetzen; mit Menschen, welche das, was sie wollen, auch wirklich können oder lernen möchten. Denn „wollen“ tun viele Menschen – aber das Gedeihen unserer Gemeinschaft beruht auf denen, die das können oder lernen wollen.

Die Gemeinschaft auf dem Hof
Das Wesen, welches die auf dem Hof gewählte, soziale Lebensform prägt, soll durch die Gruppenmitglieder durch innere Überzeugung und Verbundenheit bestimmt werden. Zu dieser Überzeugung und Verbundenheit gehören nebst den bereits beschriebenen Zielen primär die Offenheit und Toleranz gegenüber jeder Religion und deren Ausübung, Kultur und Hautfarbe sowie die Ablehnung von Rassismus in irgendeiner Form. Jedes Mitglied dieser Gemeinschaft übt zudem den anderen Mitgliedern gegenüber Toleranz und Offenheit aus, indem es z.B. Lebenseinstellungen wie Vegetarismus / Nichtvegetarismus akzeptiert. Jedes Mitglied akzeptiert, dass es gemäss seinen Fähigkeiten und Talenten für das Wohl der Gemeinschaft eingesetzt wird; es akzeptiert zudem, dass Arbeiten und Leistungen der anderen abhängig von deren Kräften und Möglichkeiten stehen und demzufolge allen der gleiche Lohn zusteht. Jedem Mitglied der Gemeinschaft stehen in gewissem Rahmen Mitbestimmungsmöglichkeiten zu, wobei zu akzeptieren ist, dass letzte Entscheidungsinstanz, insbesondere betr. Wohl und Fortbestehen des Hofes Allne Wind, beim Eigentümer liegt, der das Land und den Hof nur von den Kindern, also der nächsten Generation, geliehen hat.

Konfliktbearbeitung
In jeder Form menschlichen Zusammenlebens ergeben sich Konflikte. So auch in einer Gemeinschaft, in welcher mehrere Menschen mit unterschiedlichen Naturellen und Auffassungen zusammenleben. Gemeinschaftsmitglieder und Nomaden sollen, so weit möglich, frei und uneingeschränkt ihr Leben führen können. Den anderen Mitgliedern sollen sie mit Respekt und Toleranz begegnen. Gewalt, in irgendeiner Form, wird nicht toleriert. Bei Konflikten sollen die Ursachen eines Streites gesucht und möglichst transparent gemacht werden. Emotionale Konflikte und Sachkonflikte sollen voneinander unterscheidbar werden. Oft gibt es keine Einigung, aber auch keine Notwendigkeit, auseinanderzugehen. Nicht immer geht es um Lösungen, sondern auch darum, bei nahem Zusammenleben Unterschiedlichkeiten auszuhalten und Toleranz zu entwickeln. Insofern kann eine Gemeinschaft eine Keimzelle für eine Einheit in der Vielfalt sein.